Vortragsreihe 2018

Im Verlauf des Jahres 2018 veranstaltet das LWL-Preußenmuseum Minden in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung des LWL-Preußenmuseums Minden eine Vortragsreihe.
Themen sind unter anderem auch die strukturelle Anbindung an das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, die kunst- und kulturgeschichtliche Einordnung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals und der Hallesche Pietismus als Modernisierungsfaktor im Preußen des 18. Jahrhunderts dargestellt werden.

 

10. Juli 2018, 19.30 Uhr

Dr. Guido Hinterkeuser

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica aus kunsthistorischer Sicht. Formen und Vorbilder eines deutschen Nationaldenkmals

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica (1892–1896) ist eines der bedeutendsten Nationaldenkmäler des Deutschen Kaiserreichs und kennzeichnend für die patriotische Aufbruchstimmung während der Regentschaft Kaiser Wilhelms II. Von den zahlreichen Denkmälern für den Reichsgründer Kaiser Wilhelm I., wie sie damals in vielen deutschen Städten errichtet wurden, hebt es sich insofern ab, als es mit einer monumentalen Architektur verbunden und zudem als weithin sichtbare Landmarke konzipiert wurde. Der Vortrag untersucht das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica aus kunsthistorischer Perspektive. Erörtert werden die formalen und stilistischen Voraussetzungen und Vorbilder sowohl für die von Caspar von Zumbusch geschaffene Statue des Kaisers als auch für die Architektur von Bruno Schmitz, dessen Zyklopenstil geradezu prädestiniert für die Errichtung von Nationaldenkmälern war. In diesem Kontext erfolgt auch ein Vergleich zu Anlagen wie dem Niederwalddenkmal in Rüdesheim, dem Kyffhäuser-Denkmal, dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck in Koblenz, dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig oder dem nicht ausgeführten Bismarck-Denkmal in Bingerbrück.

Dr. Guido Hinterkeuser studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Italianistik in Köln, Bonn, Florenz und Berlin und wurde 2002 mit einer Arbeit über Andreas Schlüter und das Berliner
Schloß an der Humboldt-Universität in Berlin bei Tilmann Buddensieg promoviert. Von 1998 bis 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg in Potsdam und der Stiftung Schloss und Park Benrath in Düsseldorf. Seit 2004 freiberuflich tätig als Kunst- und Architekturhistoriker, Historiker und Publizist. Autor zahlreicher Aufsätze und Bücher zur Kunst- und Architekturgeschichte vor allem in Berlin, Brandenburg und Preußen. Mitwirkung an der Rekonstruktion des Berliner Schlosses, dabei gutachterlich und beratend tätig für Franco Stella, den Architekten des Wiederaufbaus. 2010 in die Historische Kommission Berlin berufen. Ebenfalls 2010 Gründung der Gesellschaft Schloss Wildenbruch | Swobnica e.V., deren Vorsitzender er ist. Seit 2016 zudem 2. Vorsitzender der Gesellschaft Berliner Schloss e.V. Aktuell befasst mit Buchprojekten zum Berliner Schloss und zu Andreas Schlüter.

 

 

 

Folgetermin:

6. September, 19:30 Uhr

Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Franckesche Stiftungen zu Halle

Der Hallesche Pietismus als Speerspitze der brandenburgisch-preußischen Modernisierung im 18. Jahrhundert