Mehr als ein Museum!

Preußische Geschichte? Und dann noch in Westfalen? Wer wissen möchte, was davon noch heute sichtbar ist und mit welchen spannenden Ereignissen, Personen und Objekten das verbunden ist, besucht die ehemalige Defensionskaserne von 1829 am Simeonsplatz.

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"Unter die Haube geschaut" Zum Internationalen Museumstag 2020 haben wir sieben Videos gedreht, die Einblicke in unsere Arbeit und hinter die Kulissen geben. ++++ "Preußen war mehr als Männer auf Pferden". zeitgeschichte ǀ online sprach mit unserer Museumsleiterin Sylvia Necker über ihre ersten Erfahrungen im Amt. Lesen Sie hier!
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Das LWL-Preußenmuseum eröffnet 2021 mit einer modernen und innovativen Dauerausstellung, die für die vielschichtigen – und oft unerwarteten – Aspekte der preußischen Geschichte (Westfalens) begeistert und nachhaltige Bildungs- und Kulturarbeit leistet. Dafür präsentiert es sich mit ungewöhnlichen Themen und einer neuen „Preußen-Expertin“ an der Spitze: Seit August 2019 leitet die Historikerin und Ausstellungsmacherin Dr. Sylvia Necker das LWL-Preußenmuseum Minden.

Als „Überraschung aus der Provinz“ möchte sich das Museum als Anziehungspunkt in der Region sowie als bundesweites Kompetenzzentrum zum Thema Preußen etablieren.

„Potzblitz Preußen!“ – die neue Dauerausstellung
Die Ausstellung erzählt preußische Geschichte(n) nicht chronologisch als Herrscher- und Militärgeschichte, sondern geht einen anderen Weg. Sie beleuchtet unterschiedliche Facetten aus 400 Jahren deutscher Kultur- und Sozialgeschichte als thematische Einheiten. Sie ist szenografisch orientiert und arbeitet bewusst mit Brechungen und einem hohen Gegenwarts- sowie politischen Bezug. Dabei folgt sie fünf Kernbotschaften.

1. Preußen ist nicht gleich Pickelhaube und Wilhelm II.
Preußens Geschichte reicht weiter zurück als bis zu Wilhelm II. und Bismarck: Die Ausstellung zeigt preußische Kulturgeschichte aus mehr als 350 Jahren. Ziel der Ausstellung ist es, gängige Klischees über preußische Geschichte zu hinterfragen.

2. In unserem Alltag treffen wir an vielen Stellen heute noch auf Dinge preußischer Herkunft.
In unserem Alltagsleben wimmelt es von preußischen Hinterlassenschaften: beispielsweise in der Verwaltung in Form von Sozialversicherungen oder der zivilen Ehe, und auch im Namen von Fußballmannschaften wie Borussia Dortmund oder Preußen Münster.

3. Preußen war kein homogener Staat, sondern sehr viel diverser als wir oftmals vermuten.
Preußische Geschichte war immer durch Wanderungsbewegungen wie etwa bei den Hugenotten oder den Ostpreußen geprägt, aber auch durch Reformbewegungen im Inneren.

4. Preußen war auch weiblich.
Geschichtsschreibung ist oft die Geschichte der Eliten, die primär männlich waren. Wir wollen auch weibliche Köpfe der Geschichte in den Vordergrund rücken und deren Bedeutung für bestimmte Entwicklungen betonen.

5. Preußische Geschichte ist ambivalent.
In der Ausstellung wird die Komplexität der Geschichte Preußens sichtbar: z. B. Erfindungen mit ihren positiven und negativen Aspekten oder militärische Erfolge vs. tragische Einzelschicksale.


Netzwerk „Preußen in Westfalen“
Das LWL-Preußenmuseum ist nicht nur ein Museum zur preußischen Kulturgeschichte, sondern auch Zentrale des Netzwerkes „Preußen in Westfalen“, dem mittlerweile knapp 60 Institutionen wie Museen, Archive, Bibliotheken und touristische Einrichtungen angehören. Das Netzwerk versteht sich als partnerschaftliche Initiative, deren Ziel es ist, unterschiedliche Zugänge zur preußischen Geschichte Westfalens zu eröffnen und diese besondere Vergangenheit an sichtbaren, aber auch versteckten Spuren erlebbar zu machen.


LWL-Besucherzentrum im Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Das LWL-Besucherzentrum im Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica unweit von Minden wird ebenfalls vom LWL-Preußenmuseum betreut. Es wurde 2018 eröffnet und bietet Einblicke in die Geschichte des zweitgrößten deutschen Nationaldenkmals und seiner Umgebung: von den Römern, über preußische Denkmalkultur bis zur Zwangsarbeit in der NS-Zeit direkt unter dem Monument.

Das Netzwerk und das LWL-Besucherzentrum dienen als wichtige Multiplikatoren des Museums.